Ganze drei Monate im Jahr verbringt Ursula Ohly in Deutschland. Diese Zeit nutzt sie, um ihr Kindergartenprojekt in Ruanda an deutschen Schulen in der Umgebung von Koblenz vorzustellen. Auf Einladung der Lehrkraft Marc Schönborn war sie heute zu Gast bei der Klasse 5a des Johannes-Gymnasiums in Lahnstein. Zusammen mit unserer Projektleiterin Margit Seinsche traf Frau Ohly auf sehr interessierte junge Schülerinnen und Schüler, die trotz tropischer Hitze aufmerksam den Ausführungen und Präsentationen von Ursula folgten. Sie hatten auch viele Fragen vorbereitet, auf die die 83-jährige gerne und mit Freude antwortete: "Wie weit gehen die Kinder morgens zu Fuß zur Schule?" (Antwort: teilweise 5-7 km) oder "Bekommen die Kinder auch in den Schulferien ein Essen?" (Antwort: nein). Frau Ohly legte u.a. dar, dass sie bei der Auswahl der neuen Kinder sehr viel Wert darauf legt, dass diese aus den sehr armen Familien kommen, die sich in der Regel noch nicht einmal das Essensgeld für den Besuch des Kindergartens leisten können.
"Ich bin sehr beeindruckt von der Arbeit von Frau Ohly, für unsere Schülerinnen und Schüler war die Stunde eine echte Horizonterweiterung" - so Erdkundelehrkraft Marc Schönborn. Als ehemalige Schulleiterin freut sich Ursula Ohly ganz besonders, wenn sie nochmal die Gelegenheit hat, ein Klassenzimmer von innen zu sehen und jungen Menschen von ihrem Herzensprojekt zu erzählen.
(Rudolf Loch)



