Ganzheitliches Lernen in Kenia
Unser Schulzentrum, das „Mirisa Education Center“, liegt am Rande der Stadt Nakuru in einer strukturschwachen Region. Hier kämpfen die Menschen täglich um einen Job, trotzen der Trockenheit mit kleinen Agrarflächen und versuchen so, ihre kinderreichen Familien zu ernähren. Oft ist nichts übrig, um Bücher oder Schulessen zu bezahlen. Im Mirisa-Schulzentrum haben jedoch alle Kinder die Chance, vom Kindergarten bis zur neunten Klasse in die Schule zu gehen. Nach drei Vorschuljahren geht es im Alter von sechs Jahren mit guten Lesekenntnissen in die „Primary School“. Die letzten drei Pflichtschuljahre verbringen die Kinder in der „Junior Secondary School“. Wahlpflichtfächer wie Werken, Gartenbau und Hauswirtschaft bereiten sehr praktisch auf die Lebensumstände in der Region vor; der sinnvolle Gebrauch moderner Medien, Fremdsprachen und Naturwissenschaften ermöglichen aber genauso gut eine weitere Schullaufbahn.
Unsere Schule vereint drei Angebote:
- Vorschule
- Primary School (Klasse 1 bis 6)
- Secondary School (Klasse 7 bis 9)
Das Motto der Mirisa-Schule heißt: step by step ever forward
Was haben wir bis jetzt mit unserer Schule bewirkt? In dieser strukturschwachen Region bieten wir ein Bildungsangebot für ALLE, damit Kinder Kinder sein dürfen. Mittlerweile erzählen unsere Ehemaligen von erfolgreichen Schulabschlüssen, guten Jobangeboten und Studienplätzen in Nairobi und anderen Orten. Diese Chance wollen wir auch vielen anderen Mädchen und Jungen geben!
Das Mirisa-Schulzentrum hat in der Gegend einen sehr guten Ruf: Viele SchülerInnen haben es mittlerweile an weiterführende Schulen oder bis an die Universität geschafft. Integriert in die Schule ist eine große landwirtschaftliche Nutzfläche. Bewässert wird vorwiegend mit Regenwasserreserven. Das angebaute Gemüse gedeiht sehr gut. Die reichen Ernten können ganzjährig in den Schulküchen verarbeitet werden. Schulleiter Paul Kipsang Mites ist sichtlich stolz, wenn er von den guten Leistungen „seiner“ Kinder erzählt. Er sieht sein ganzes Team als Mirisa-Familie, in der alle ein Ziel haben: den Mädchen und Jungen ein stabiles Fundament zu geben, damit sie ihre Zukunft stark und selbstbewusst gestalten können.
Wenn Träume wahr werden
Fragen wir unsere kenianischen Schülerinnen und Schüler, was für sie am wichtigsten ist, dann sind sich alle einig: eine gute Schulbildung, damit Berufswünsche erfüllt werden können.
Fragen wir deren Eltern, so hören wir immer wieder: Bildung und Wissen öffnen unseren Kindern die Tür für eine bessere Zukunft. Aber wie sieht diese „bessere“ Zukunft konkret aus? Da unsere SchülerInnen aus kinderreichen Familien stammen, die oft am Existenzminimum kämpfen, wird der Wunsch nach Wohlstand zum ständigen Begleiter. Berufswünsche, die gute Bildungsabschlüsse voraussetzen und gesellschaftlich hohes Ansehen genießen, werden favorisiert, so z.B. Arzt, Ingenieur, Lehrer oder Rechtsanwalt. Der Weg dorthin ist mühsam und teuer.
Im Mirisa Education Center finden 400 Mädchen und Jungen ihren Platz, um sich nach 9 Schuljahren weiter zu orientieren. Ob Träume immer wahr werden, lassen wir an dieser Stelle offen. Unsere Schule bietet viele verschiedene Angebote, um eigene Stärken zu entdecken. Digitale Medien stehen zur Verfügung, in einem kleinen Labor werden Versuche durchgeführt, Theater- und Sport-AGs bieten große Freiräume. Aber auch lebenspraktische Fähigkeiten werden trainiert. Der Gebrauch von Werkzeug, Hauswirtschaft und grundlegendes Wissen für Gartenbau stehen auf dem Lehrplan.
Unserem Schulleiter Paul Mites und seinem Team ist es wichtig, seinen Schützlingen eine große Portion Selbstbewusstsein und Zuversicht mit auf den Weg zu geben. Friedenskinder e.V. Koblenz unterstützt mit großem Budget diese wunderbare Schule und wünscht jedem Kind, dass es sein Talent entdecken kann und Träume wahr werden, vielleicht auch als Farmer, Krankenschwester oder Koch im vertrauten, lokalen Umfeld.
Dabei helfen Friedenskinder gerne mit. Sie können unsere Arbeit in Kenia mit einer Patenschaft unterstützen. Wenn sie etwa monatlich 20 Euro spenden, können davon drei Kinder einen Monat lang am Schulessen teilnehmen.
(Petra Schmidt-Sauer)



