Unsere Mädchenschule in Pakistan
Wer in Pakistan studieren möchte, muss die Grundschule hinter sich lassen und einen High-School-Abschluss erreichen. Für viele Jungen ist das machbar: Sie fahren mit dem Fahrrad oder Moped in weiter entfernte Schulen. Mädchen hingegen dürfen das nicht – bleibt nur das „Tuk-Tuk“, ein knatterndes Minitaxi. Für Familien, die von Tagelohn auf Feldern oder dem Bau leben, ist das zu teuer. Auf Wunsch der Eltern und mit Unterstützung der Organisation Friedenskinder wurde an die örtliche Elementary School in Mahey in der pakistanischen Provinz Punjab eine High School für Mädchen angebaut – die erste weit und breit. Innerhalb eines Jahres setzte Projektleiter Arif Minhas die Pläne um. Neue Klassenräume entstanden auf dem Dach und auf einer Parkfläche, ein Chemielabor und ein Computerraum erfüllen die Auflagen der Schulverwaltung. Ventilatoren und Trinkwasserspender sorgen bei bis zu 48 Grad im Sommer für etwas Erleichterung.
Arif Minhas stammt aus Mahey, lebte lange in Deutschland und kehrte zurück, um möglichst vielen Menschen in seinem Heimatland eine bessere Bildung zu ermöglichen. Heute besuchen 280 Kinder die Schule, 30 von ihnen sind Mädchen der neuen High School. Zum neuen Schuljahr kommen 30 weitere dazu. IT ist einer der Schwerpunkte des Lehrplans. In Pakistan finden junge Frauen inzwischen Jobs in Büros oder Banken. Aber nicht nur dort. Auch bei der Polizei und beim Militär arbeiten viele Frauen. Polizistin Hajira Javed hat nach ihrem College-Abschluss bei der örtlichen Polizeibehörde angefangen. Die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg von Frauen im Berufsleben sieht sie in einer fundierten Ausbildung.
An der Grundschule und der High School in Mahey arbeiten zurzeit insgesamt zwölf Lehrerinnen. Die Schule erledigt darüber hinaus wichtige Aufgaben für die Kommune. So sind die Lehrerinnen alle als Sanitäterinnen ausgebildet und stehen dem Rettungsdienst der Dorfgemeinschaft zur Verfügung. Die High Schools der Umgebung loben die Schüler der Friedenskinder-Schule.
Iftkhar Ahmed, Direktor der staatlichen High School für Jungs in Hazara Murghlan, lobt den sehr guten Bildungsstand der Absolventinnen und die hohe Qualifikation der Lehrerinnen.
(Thomas Frey)


