Bilanz – Verein ist gut ein Jahr alt

„Friedenskinder“ haben schon viel bewirkt

Koblenz. „Damit Kinder Kinder sein dürfen“ ist vor gut einem Jahr, am 25. Mai 2010, der Verein „Friedenskinder“ gegründet worden. „Unser Verein hat es sich zum Ziel gemacht, Kindern aus armen Verhältnissen zu helfen, damit diese kindgerecht aufwachsen können, denn wenn alles gut wäre, wäre das auch für uns am besten“, heißt es in der Bilanz des Vereins. „Aber solange nicht alles gut ist, machen wir unbeirrt weiter.“
Innerhalb eines Jahres ist die Mitgliederzahl von 23 Gründungsmitgliedern auf 150 angewachsen. Bis heute hat der Verein 44 Patenschaften vermittelt, davon 35 in Kenia und 9 in Sri Lanka. Diese Paten spenden einen monatlichen Betrag, um die Kinder und Projekte langfristig zu unterstützen. Die Arbeit der Friedenskinder umfasst derzeit außerdem vier große Projekte in Afrika und Asien.
1. Der Verein hat in Kenia beim Aufbau einer Vorschule in Nakuru geholfen, die von 90 Kindern besucht wird. Sie bekommen zwei Mahlzeiten am Tag, deren Zutaten zum Teil an der Schule selbst angebaut werden, da dort ein Wassersystem mithilfe der Spendengelder errichtet werden konnte. Und nicht nur die Kinder profitieren von ihrer Schulbildung, sondern auch die 13 Angestellten der Schule können dank ihrer Arbeit für ihre Familien sorgen.
2. In Vietnam sammelt der Verein Gelder für Operationen herzkranker Kinder, die aus besonders armen Familien stammen. Diese Kinder leben größtenteils in der Mitte des Landes und im ehemaligen Nord-Vietnam, wo der Vietnamkrieg am heftigsten tobte, und müssten ohne die Operationen einen frühen Tod erleiden. Bisher konnte der Verein 74 Operationen finanzieren.
3. Außerdem unterstützt „Friedenskinder“ Familien mit behinderten Kindern in Einzelfällen, wie zum Beispiel Saumya, eine alleinerziehende Mutter im Süden Sri Lankas die durch ihre Polioerkrankung eine Behinderung am rechten Bein hat. Ihre Drillinge kamen als Frühchen auf die Welt, alle drei Mädchen sind körperlich und geistig behindert.
4. Gemeinsam mit HELFT UNS LEBEN, der Hilfsaktion unserer Zeitung, ist der Verein zudem in Pakistan tätig, um den Opfern der Flutkatastrophe zu helfen. Zusammen mit dem in Deutschland lebenden Pakistaner Arif Minhas wurde ein Plan entworfen, um die Betroffenen mit Hilfsgütern zu versorgen und ihnen medizinisch zu helfen. Dafür wurden Zelte sowie Betten und Kleidung gekauft, außerdem Nahrung und Medikamente. Die Vereine übernehmen die Kosten für die Hilfsgüter und deren Transport. Arif, seine Familie und Bekannte helfen bei diesem Projekt ehrenamtlich und kümmern sich um die Lage am Ort.
Das ist sowieso das Prinzip des Vereins: Es gibt enge Kontakte zu den Mitarbeitern im Land, und die Mitglieder besuchen möglichst auch selbst die Projekte, um mit anzupacken und um für die Zukunft der Projekte zu planen.
Neben den Paten- und Mitgliedschaften sind Spendenaktionen eine wichtige Säule des Vereins. Bei einer Kunstauktion, beim Losverkauf auf dem Weihnachtsmarkt, bei Benefizkonzerten mit Django Reinhardt und dem Arzheimer Männergesangverein sowie einer Blumenaktion kommen immer wieder größere Summen zusammen, die die Arbeit erst ermöglichen. Aber manchmal sind es gerade die kleinen Gesten, die besonders viel zählen: So haben Kinder in Arzheim Blumen gepflückt und verkauft, um den Verein zu unterstützen. Denn auch darum geht es den Vereinsmitgliedern: Vorbild zu sein für die Kinder hier, die sehen, dass es nicht allen so gut geht wie ihnen. dos
Y Infos und Bilder unter www.friedenskinder.de
RZ Koblenz und Region vom Donnerstag, 14. Juli 2011, Seite 19 (0 Views)